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Warnemünde Großer Leuchtturm

 

 

 

Aufnahme aus dem September 2011, aufgenommen beim Auslaufen der Finnline auf ihrem Weg nach Helsinki mit Zwischenstopp in Gdingen.

Bis dort nutzten wir die Fährfahrt, um dann eine Woche an Polens Ostseeküste die Leuchttürme zu besuchen.

 

Bis zum Bau des Leuchtturms in den Jahren 1897/98 wurde die Einfahrt in den engen Seekanal vor Warnemünde mit einer Ziehlaterne abgesichert. Diese war 1836 errichtet worden und entsprach bei dem stark zunehmenden Seeverkehr, der jetzt durch den Betrieb von Dampfschiffen ganzjährig möglich war und auch durch die einsetzende Industrialisierung stark gewachsen war, nicht mehr dem technischen Stand. So wurde dem Rat der Stadt Rostock am 18. Juni 1862 ein „Entwurf zum Umbau der Hafenleuchte zu einem vollständigen Leuchtturm mit prismatischem Laternenhaus“ vorgelegt und am 11. September 1863 genehmigt. Durch den danach ausbrechenden Streit zwischen „Landräten, Landmarschallen und übrigen von Ritter und Landschaft der Herzogtümer Mecklenburg“ und als weiterem Kontrahenten die Generaldirektion der Mecklenburgischen Eisenbahnen wegen deren Betrieb der Fährverbindung nach Gedser (Dänemark) um die Kosten konnte an die Realisierung des Baus erst 1896 gegangen werden.

Der Rostocker Hafenbaudirektor Karl Friedrich Kerner leitete den Bau.  1897 schloss er Verträge mit den Firmen Berringer in Rostock und Oloff in Warnemünde zum Bau des Turmes und mit der Firma Ludewig in Rostock für die Rammung von Fundamentpfählen. 33 Pfähle wurden elf Meter in den sandigen Untergrund bis in die tragfähige Schicht gerammt. Diese Arbeiten waren bis zum 9. Juli 1897 erledigt und nach sehr kurzer Bauzeit waren auch die Maurerarbeiten im November 1897 abgeschlossen. Im folgenden Winter wurde die Laterne montiert und bis zum Sommer 1898 waren alle weiteren Innenarbeiten erledigt, so dass am 19. Oktober 1898 die offizielle Inbetriebnahme erfolgen konnte. Hierzu fuhr das Dampfschiff „König Christian“ auf See und es wurde festgestellt, dass die geplante Sichtbarkeit von 16 Seemeilen erreicht wurde.

Der Bau wurde aus Ziegeln errichtet und mit weißen, glasierten Ziegeln verblendet. Zwei Galerien führen um den Turm. Im unteren Abschnitt bis zur ersten Galerie werden die weißen Ziegel durch grüne Ziegelbänder abgesetzt. Die Kragsteine der Galerien bestehen aus rotem Sandstein. Der Turm ist 36,90 m hoch, gemessen zwischen der Spitze des Turms und dem mittleren Wasserstand der Ostsee, entsprechend knapp 31 m über dem Erdboden. Die Lichtquelle im Zentrum der Optik ist in einer Höhe von 34,25 m über Mittelwasser installiert.

Unter dem Turm befinden sich zwei Keller. Der untere ist als Gewölbe ausgeführt und diente als Petroleumlager. In diesem befanden sich vier Bottiche mit zusammen 800 Litern Petroleum, das über eine Leitung in ein 90 Liter fassendes Gefäß in die Laternenstube gepumpt wurde. Nach dem Einbau der elektrischen Anlage wurden die Behälter 1927 entfernt.

Als Lichtquelle diente nach dem Bau des Turmes ein Petroleumbrenner mit fünf Dochten, der 1,3 Liter Petroleum in der Stunde verbrauchte. 1911 wurde eine Verbesserung der Leuchtstärke durch einen Brenner mit Glühstrumpf erreicht. Die Stärke des Lichtes wurde damit um das achtfache erhöht. 1917 erfolgte die Umstellung auf Gasglühlicht und 1919 auf den elektrischen Betrieb.

1949 wurden, vermutlich durch Temperatureinwirkungen bedingt, Risse im Gemäuer festgestellt, die 1969 zu einer Teilsanierung führten. In den 1980er Jahren folgten weitere umfangreiche Sanierungsmaßnahmen, die erst 1993 ihren Abschluss fanden. In den Jahren von 1979 bis 1993 war der Turm deshalb für die Besteigung durch Touristen gesperrt.

Neben seiner Nutzung als Leuchtfeuer hat der Leuchtturm heute hauptsächlich Bedeutung für den Tourismus. Zahlreiche Besucher nutzen den Aufstieg, um einen Überblick über Warnemünde zu bekommen. Die touristischen Aktivitäten werden durch einen Gemeinnützigen Verein größtenteils ehrenamtlich ausgeführt und betreut. Seit 1999 wird der Warnemünder Leuchtturm jeweils am 1. Januar durch die Show Leuchtturm in Flammen mit Feuerwerk, Laser, Licht und Musik in Szene gesetzt.

aus Wikipedia