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Neuwerk
Anfang September 2015 besuchten wir von Cuxhaven aus mit dem Schiff die Insel Neuwerk.
Weil der Fahrplan tideabhängig ist, fuhr das Schiff um 13 Uhr in Cuxhaven los, war um 14,30 Uhr auf Neuwerk, um dann um 17,30 Uhr zur Rückfahrt aufzubrechen. In den drei Stunden hatte man genügend Zeit, zum Leuchtturm zu wandern und sich auch noch in einem der Cafes der Insel zu stärken.
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Mit dem Bau des Turms von Neuwerk wurde im Jahre 1300 begonnen. Der Bau dauerte zehn Jahre und wurde 1310 fertiggestellt. Die Architektur entspricht der eines in damaliger Zeit noch häufig gebauten normannischen Turmhauses. Entgegen anderen Darstellungen in der Literatur wurde das Gebäude in seiner heutigen Form von Anfang an errichtet. Allerdings brannte der Turm in den 1360er Jahren einmal aus, so dass die Holzteile umfänglich ergänzt werden mussten. Das ursprüngliche Bleidach wurde 1474 durch Kupfer ersetzt. 1558 wurde es durch ein rotes Ziegeldach ersetzt und in jüngerer Zeit wurde der Turm wiederum in Kupfer gedeckt. Anfangs diente der Turm als Wehrturm. Der dort stationierte Trupp Soldaten sollte die Elbmündung vor See- und Strandräubern schützen. Der Turm war im Laufe der Jahrhunderte mehrfach Zufluchtsstätte während Sturmfluten. Die Insel Neuwerk gehört auch heute noch zu Hamburg und so gilt der Leuchtturm Neuwerk offiziell als Hamburgs ältestes Gebäude.
Der Leuchtturm steht seit 1924 und die Turmwurt seit 1971 unter Denkmalschutz und ist heute der älteste Feuerträger Deutschlands. Der Bau wird seit langer Zeit neben seiner Eigenschaft als Leuchtturm als Pension und Gaststätte genutzt.
Etwa um 1644 errichtete man auf Neuwerk eine Kohlenblüse als Nachtsichtzeichen. Sie benötigte für die ganzjährige Befeuerung ab 1761 1.000 Tonnen Importkohle aus Schottland, die einen höheren Bitumengehalt hatte und damit ein heller leuchtendes Feuer als Steinkohle aus Deutschland erzeugte.
Die Feuerblüse stand Anfang der Neunziger Jahre vor dem Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven, wo wir sie damals fotografiert haben.

Erst 1814 wurde der Wachturm zu einem Leuchtturm ausgebaut. Das erste Leuchtfeuer bestand aus 21 hohldochtigen Argand-Lampen und Parabolspiegeln. Diese wurden anfangs mit Rüböl und ab 1870 mit Petroleum betriebenen. 1892 wurde eine Gürtellinse mit einer Brennweite von 700 mm installiert und fünfdochtige Petroleumlampen verwendet, um noch mehr Helligkeit zu erreichen. Diese Linse wird noch heute benutzt. Das Leuchtfeuer wurde 1908 nochmals gegen ein Petroleum-Glühlichtfeuer ersetzt, bevor es 1942 auf elektrischen Strom umgestellt wurde. Der elektrische Betrieb war notwendig, um im Krieg das Feuer schnell an- und abschalten zu können. Da es keinen Notstrom gab, wurde das Petroleumfeuer als Ersatz beibehalten und 1949 Propangas als Ersatz installiert. 1952 wurde die Lichtstärke mit 5700 Hefnerkerzen, 13200 seeseitig, 1000 für das rote Licht und 550 Hefnerkerzen für das grüne Licht angegeben. Die Tragweite der 1000 Watt Glühlampe betrug ca. 30 km. Bei günstiger Witterung war es bis Helgoland sichtbar. Im Herbst 2007 wurde die klassische Glühlampe gegen eine Halogenglühlampe ausgetauscht, am 10. Februar 2014 erfolgte der Umbau auf LED.
Obwohl der Leuchtturm als Bauwerk der Stadt Hamburg gehört, wurde das Feuer vom Wasser- und Schifffahrtsamt Cuxhaven betrieben, das für die Fahrwasser in der Elbemündung verantwortlich ist. Da es für die durchgängige Schifffahrt nicht mehr erforderlich ist, wurde es vom Bund am 1. Januar 2014 an die Hamburg Port Authority (HPA) abgegeben. Am 10. Februar 2014, nach knapp 200 Jahren, wurde das Leuchtfeuer als offizielles Seezeichen abgeschaltet und als sog. „privates Feuer“ von der Hansestadt Hamburg weiter betrieben. Die frühere farbige Kennung „Blk. (3) w. r. gn. 20 s 16–11 sm“ des Nachtseezeichens wurde geändert in ein festes weißes Rundumlicht mit einer Tragweite von nur noch 3 sm
Die Blüse wurde nach der Inbetriebnahme des Leuchtturms durch einen kleinen Leuchtturm ersetzt, der bis 1909 stand und zusammen mit dem großen Leuchtturm ein Richtfeuer für die sichere Passage von Nordwest über den Vogelsandsteert ermöglichte. Daher trug der Turm auch den Namen „Großer Leuchtturm“. teilweise aus wikipedia
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Bereits seit 1750 ist die alte Ostbake als Klappmützenbake verzeichnet. Als
Seezeichen haben heute sowohl die Ost- als auch die Nordbake ihre Bedeutung
verloren. Die Nordbake ist seit 1650 als Große Bake auf Karten verzeichnet.
Im Januar 2007 stürzte die alte Ostbake
während des Sturms Kyrill um. Am 01.07.2009 fiel der Startschuss für den
Wiederaufbau. Nun ist die bekannte Silhouette Neuwerks wieder vollständig.