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Die Leuchttürme an der Polnischen Ostseeküste zwischen Swinoujscie und Ustka

und zwischen Leba uns Krynica Morska

      

Als wir im April 2011 das Abschiedsgeschenk von meinen Kollegen einlösten, eine Übernachtung im Lotsenturm auf Usedom, hängten wir noch ein paar Tage dran, um die Polnischen Leuchttürme zwischen Swinemünde und Ustka zu besuchen.

Wir hatten ein kleines Mittelklassehotel in Misdroy gebucht. Zimmer und Gasträume waren frisch renoviert und so fühlten wir uns da recht wohl. Misdroy hatte für uns eine gewisse Faszination, weil hierher vor 75 Jahren die Hochzeitsreise meiner Schwiegereltern geführt hatte und wir verlebten nun unseren 35jährigen Hochzeitstag hier

Die Seebrücke ist im Stil früherer Zeiten wieder aufgebaut und fertig gestellt, auf dem Vorplatz wird noch heftig gewerkelt. Wenn im Sommer dann alles fertig ist, wird es bestimmt sehr schön und ein wenig mondän. Denn im Reiseführer steht ja, dass Misdroy der Ort der Stars und Sternchen ist. Man hat hier auch einen Walk of Fame, auf dem die Handabdrücke  Polnischer Berühmtheiten verewigt sind.

Unsere erste Tour führte und bis Ustka, was ungefähr 220 km entfernt ist. Doch über die sehr schlechten polnischen Straßen brauchten wir bald vier Stunden. Noch sind die Straßen schlecht, aber es wird gebaut und gebaut und gebaut. Unterwegs sind die Kreisverkehre oft schon fertig, doch die Zufahrtsstrassen sind noch in einem miserablen Zustand. Aber im Sommer, spätestens im nächsten Jahr wird alles tip top sein. In Ustka gelangen uns noch ein paar Sonnenbilder, auf der Rückfahrt über Jaroslawiec, Darlowko und Gaski wurde es dann immer bedeckter und in Darlowko regneten wir tüchtig ein.

Die ganzen Orte sind als Seebäder mit viel Tourismus beschrieben, doch Mitte April hatten sich noch keine Gäste hierher verirrt und so blieb auch unsere Suche nach einem offenen Lokal ergebnislos. Das fanden wir erst am frühen Abend in Kolberg, das doch etwas größer ist und auch um diese Jahreszeit schon ein paar Touristen vorzuweisen und damit auch offene Restaurants und Geschäfte zu bieten hatte. Ausgehungert schmeckte uns frischer Fisch vorzüglich.

Nach Kolberg führte uns am nächsten Tag noch einmal der Weg, denn hier gab es ja viel zu sehen, den alte Leuchtturm und viele Molenlichter. Auf dem Weg dahin gab es Abstecher nach Dzwinow und Nichorze. Hier waren wir zweimal, auf dem Hin- und Rückweg, weil morgens die Turmspitze noch im Dunst verschwunden war. Im Abendlicht war das Bild dann etwas klarer. Am dritten Tag machten wir uns dann auf die Suche nach dem Kikut-Turm, was ja auch erfolgreich war. Nachmittags fuhren wir zum großen Leuchtturm in Swinemünde, den wir am ersten Tag nur über die Swine hinweg fotografiert hatten. Der Weg führt durchs Industriegebiet am Hafen, ist aber gut ausgeschildert. Nun wollten wir die Stadtfähre über die Swine nehmen, war uns aber verwehrt, ist nur für Einwohner reserviert. So mussten wir die Fähre in Kasibor nehmen, was aber kein Problem ist. Sie fährt ununterbrochen hin und her und die Überfahrt ist kostenlos.

Uns haben die paar Tage in Polen viel Spaß gemacht und wir haben uns vorgenommen, die Leuchttürme zwischen Leba, Danzig und der russischen Grenze auch noch in Angriff zu nehmen. Dann aber zu einer etwas touristenfreundlicheren Zeit.

 

Unsere zweite Polentour folgte noch im gleichen Jahr im September 2011. Wir nahmen von Rostock aus die Finnline-Fähre nach Helsinki mit Zwischenstopp in Gdingen. Am Nachmittag um 16.30 Uhr legte die Fähre in Rostock ab und nach einem leckeren Abendbuffet, einer etwas unruhigen Nacht und einem sehr frühen Frühstück verließen wir gegen acht Uhr morgens das Schiff in Gdingen. Wir hatten ein Quartier in Jastrezebia Gora am nördlichsten Festlandspunkt gebucht. Doch da wir so früh noch nicht einchecken konnten und wollten, statteten wir erst einmal Sopot einen Besuch ab und fuhren auch gleich noch auf die Halbinsel Hel und zu ihren zwei Leuchttürmen.

Unser kleines Hotel war sehr nett und zentral gelegen und nur einen Katzensprung von den Leuchttürmen in Rozewie entfernt.  Diesmal gab es auch noch weitere Touristen, die Saison war noch nicht beendet. Das merkten wir auch beim Besuch der Leuchttürme, die fast alle geöffnet und zu besichtigen oder zu besteigen waren.

In den nächste Tagen besuchten wir die Türme in Czolpino, in Stilo und fuhren auf die Frische Nehrung zum Leuchtturm Krynica Morska, der nur wenige Kilometer von der Grenze zu Russlands Exklave Kaliningrad/ Königsberg entfernt liegt.

Die Stadt Gdansk / Danzig war uns an zwei Tagen einen Besuch wert. Hier fotografierten wir nicht nur den alten und den neuen Leuchtturm sondern eroberten auch die wieder erblühte Innenstadt. Nach dem Krieg total zerbombt, ist die Stadt mit viel Liebe und Detailtreue wieder aufgebaut und rekonstruiert worden. Wir haben bisher kaum eine schönere und uns mehr beeindruckende Altstadt erlebt.

   

Bei der Beschreibung der einzelnen Leuchttürme haben mir die Bücher von Friedrich-Karl Zemke "Deutsche Leuchttürme" und "Leuchttürme der Welt" Band 1 hilfreiche Informationen geliefert.